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Der gelbe Strich

Prophezeiungen 1

Alois Irlmaier (1894-1959)

"Die Flugzeuge werfen zwischen dem Schwarzen Meer und der Nordsee ein gelbes Pulver ab. Dadurch wird ein Todesstreifen geschaffen, pfeilgerade vom Schwarzen Meer bis zur Nordsee, so breit wie halb Bayern. In dieser Zone kann kein Grashalm mehr wachsen, geschweige denn ein Mensch leben. Der russische Nachschub ist unterbrochen."


Unbekanter Seher aus Böhmen

"Die Stadt Prag wird zerstört werden. Ein Fuhrmann wird an dem Schotterhaufen vorbeifahren, mit der Peitsche schnalzen und sagen: "Seht die Trümmer:da ist einmal Prag gestanden!" Die Leute, die den Krieg in Böhmen erleben, werden so wenig sein, dass sie unter einer Rossdecke oder auf einem Fuhrmanswagen Platz haben. Das ganze Bömerland wird menschenleer sein; da werden von weit und breit Leute kommen, um das zu sehen."

Erna Stieglitz

"Die nach Europa eingedrungenen östlichen Verbände werden durch eine westliche Blitzaktion von ihren Nachschubbasen abgeschnitten. Im Rücken der vorgedrungenen Armeen des Ostens wird ein gelber Vorhang heruntergelassen. Ob es sich um eine radioaktive Strahlenwand handelt? Man kann es sich nicht anders erklären, da es über diese Wand hinweg kein Vor und Zurück mehr gibt, ausser durch den Tod hindurch."

Unbekannter Verfasser

Todesstreifen legt der WestVon dem Schwarzmeer bis zur Küst'Halb so breit wie Bayernlandalles Leben dort entschwandSofia, Prag und HansestadtGottes Hand geschlagen hatGelber Staub nach Osten wehtTod und Seuchen mit ihm geht.


Gräfin Beliante

"Ganz Europa wird in einen gelben Dunst gehüllt. Alle, die diesen Dunst atmen, werden sterben. Die Häuser und Kirchen werden niederbrennen und das Vieh auf den Weiden wird an diesem Dunste sterben."

Pater Johannides

"Von Osten wird ein gelber Nebel aufsteigen und an dem grossen reissenden Strome haltmachen (Elbe?). Eine ungeheure Schar wird sengend und brennend durch dieses Land ziehen und alles vernichten, was sich ihnen in den Weg stellt."

Sibylle von Prag

"...Noch dauert deine Herrschaft, mein geliebtes Prag, aber auch Dir schlägt einst die letzte Stunde. Aus dem Osten wird ein Drachen kommen, schrecklich anzusehen, denn aus seinen neunmal neunundneunzig Augen werden tödliche Blitze sprühen, und seinem weit geöffneten Maule entströmt giftiger Odem. Prag, mein liebes Prag, du wirst ein selten grausames Ende finden. Ein Hauch durcheilt deine Gassen, süss und warm; erstaunt werden ihn die Menschen fühlen. Mit grausig verzerrten Gesichtern legen sich Tausende zur Ruhe und frösteln trotz Wärme (es ist Sommer). Es geht dem Ende zu. Zehn dumpfe Schläge der letzten Kirche dröhnen in die Luft. Langsam und trübe wälzen sich die Fluten der Moldau dahin, - ein furchtbarer Orkan braust über das Land, über die Stadt. Gelbgraue Staubwolken und schwarze, giftige Schwanden nehmen Mensch und Vieh den Atem. Der Hradschin steht in Flammen, in der Stadt bersten die Mauern, überall wütet das Feuer. Die Erde bebt, geschüttelt vom dumpfen Beben, tiefe Klüfte öffnen sich und verschlingen Totes und Lebendiges. Die Gräber öffnen sich, wie von Geisterhänden durchwühlt, und die Skelette lächeln ein grausames Lachen. Alles versinkt in der unergründlichen schwarzen Tiefe. Vom Vysherad kommt ein ungeheurer Feuerball (Planetoid?) daher. Felsen fliegen durch die Luft und über alles lodert das Feuermeer. Alles, was der Fleiss der Menschen geschaffen hat, liegt in Schutt und Asche, man hört nur mehr das Brausen des Sturmes. Das Leben ist erloschen, ich sehe nur Trümmer und Leichen. Langsam verziehen sich die Wolken,nur dort, wo einst der stolze Dom stand, sehe ich einen blutigroten Feuerball (=der Atomschlag?). Es ist vorbei! Prag, dein Schicksal hat sich erfüllt! Wo sind deine Häuser, stolze Stadt? Warum spülen trübe Fluten die Gestade öder Heide? Grausig Gewürm lässt Leib und Geist erschauern. Unkraut und Sumpf, voll giftigen Odems, beherrscht die Landschaft. Ist das die Ernte der menschlichen Staat...?"

Alois Irlmaier (1894-1959)

"Ich sehe die Erde wie eine Kugel vor mir, auf der nun die Weissen Tauben (Flugzeuge) heranfliegen, eine sehr grosse Zahl von Sand (Wüste) herauf. Und dann regnete es einen gelben Staub in einer Linie. Die goldene Stadt (Prag) wird vernichtet, da fängt es an. Wie ein gelber Strich geht es hinauf bis zu der Stadt in der Bucht. Eine klare Nacht wird es sein, wenn sie zu werfen anfangen. Die Panzer fahren noch, aber die darin sitzen, sind schon tot. Dort, wo es hinfällt, lebt nichts mehr, kein Baum, kein Vieh, kein Gras, das wird welk und schwarz. Die Häuser stehen noch. Was das ist, weiss ich nicht und kann es nicht sagen. Es ist ein langer Strich. Wer darüber geht, stirbt. Die herüben sind, können nich hinüber und die anderen können nicht herüber, dann bricht bei den Heersäulen herüben alles zusammen. Sie müssen alle nach Norden. Was sie bei sich haben, schmeissen sie alles weg. Zurück kommt keiner mehr."


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